Auf die Sparkassen rollt eine Klagewelle zu

Auf die Sparkassen rollt eine Klagewelle zu

Den als konservativ und kundennah geltenden Sparkassen droht eine Klagewelle von den eigenen Kunden. Diese haben in Lebensversicherungsfonds investiert die nicht nur unrentabel und riskant sind, sondern auch moralisch untragbar. Mit den hochriskanten Lebensversicherungen haben die Sparkassen zwischen 2002 und 2008 gezockt. Jahrelang galten Sparkassen und Volksbanken als langweilig und staubig. Das vergleichsweise langweilige Image, die solide Absicherung und die hervorragende Kundennähe im Filialgeschäft wurden durch die Finanzkrise von den Kunden wieder bevorzugt. Die genossenschaftlichen Banken waren als Hort der Stabilität auf einmal wieder angesehen.

Hochriskante Anlagevehikel verkauft

Nun könnten einige Sparkassen die Punkte die sie in Krisenzeiten gesammelt haben wieder verlieren. Laut einer exklusiven Berichterstattung vom Handelsblatt haben die Sparkassen ihren Kunden ethisch fragwürdige, hochriskante Anlagevehikel gegen hohe Provisionen angedreht. Lebensversicherungsfonds investieren in Lebensversicherungen und erwirtschaften damit folglich auch ihre Renditen. Dafür werden von Versicherten Lebensversicherungen noch während der Laufzeit übernommen. Die Vorbesitzer bekommen dafür etwas mehr als den Rückkaufwert, den die jeweilige Versicherungsgesellschaft bezahlen würde. So werden die Fonds die Begünstigten vom Versicherungsvertrag und bezahlen die Prämien weiter. Sobald der angesparte Vertrag gut verzinst ausbezahlt wird verdienen die Fonds daran. Das gilt in erster Linie bei älteren Policen mit einem hohen Garantiezins. Wenn der Versicherte vor dem Laufzeitende das zeitliche segnet oder die Laufzeit endet kassiert der Fonds die Versicherungssumme. Je früher ein Versicherter stirbt umso einträglicher wird das Geschäft für die Fonds, die dann keine Versicherungsprämien mehr bezahlen müssen. Das ist auch der Grund warum diese Anlagevehikel als „Todeswetten“ verschrien sind.

Risiken wurden verschwiegen

Die Sparkassen haben ihren Kunden diese Fonds anscheinend als eine grundsolide und ausgesprochen sichere Geldanlage angeboten, die Risiken allerdings verschwiegen. Verschwiegen wurde auch, dass bei Geschäftsabschluss hohe Provisionen, immerhin bis zu acht Prozent, berechnet wurden. Die in Aussicht gestellten Renditen haben die Fonds bei weitem nicht erzielt. Der Markt für Lebensversicherungsfonds ist schon 2009 eingebrochen, weil die Überschussbeteiligungen deutlich unter den Erwartungen lagen. Einige Fonds haben bis zu 27 Prozent Verlust verzeichnet.

Einzelne Urteile wurden bereits gefällt

Gegen die Sparkassen werden etwa 500 Verfahren vorbereitet. Die Landgerichte Wuppertal und Berlin haben bereits einige Urteile zu Gunsten der Investoren gefällt. Vor allem an den hohen Provisionen haben die Richter Anstoß genommen, auf die die Anleger nicht informiert wurden. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband einräumte gibt es in einzelnen Fällen Schlichtungsverfahren. 2007 ist die Deutsche Bank wegen den sogenannten Todeswetten in Verruf gekommen. Die Sparkassen haben auch nicht das erste Mal an den Anlegern gesündigt, denn schon als Lehman Brothers im Jahr 2008 Pleite ging waren viele Kunden der Sparkassen betroffen.

Bildquelle: ©GesaD / pixelio.de

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