Dividende – welcher Dax-Konzern ist in Spendierlaune

Dividende – welcher Dax-Konzern ist in Spendierlaune

Die Dax-Konzerne werden bald wieder Milliarden an ihre Aktionäre ausschütten. Die Großkonzerne schütten alljährlich im Frühjahr einen Teil ihrer Gewinne aus. Den meisten Dax-Konzernen geht es anscheinend gut, es gibt aber auch ein paar wenige die ihre Dividende entweder gekürzt oder ganz gestrichen haben. Zahlreiche Aktionäre können sich sogar auf eine höhere Ausschüttung freuen.

  • Commerzbank
    Aktionäre der Commerzbank dürften sich an den Verzicht schon gewöhnt haben, denn sie bekommen schon seit Jahren keine Dividende mehr. Das vorerst letzte Mal wurden die Aktionäre 2007, nach dem Rekordgewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro belohnt. Seitdem wurde die Commerzbank zum Teil verstaatlicht, es wurden tausende Jobs gestrichen und immer wieder Verluste gemeldet. Infolgedessen ist die Aktie abgestürzt und bis der Konzernumbau eine Wende bringt kann noch viel Zeit vergehen.
  • Thyssen-Krupp
    Die Aktionäre vom Stahlkonzern Thyssen-Krupp sind in Bezug auf Dividenden nicht verwöhnt. Der Konzern war noch nie besonders spendabel und dieses Mal gehen die Aktionäre leer aus. Grund ist der Verlust von fünf Milliarden Euro. Durch Fehlinvestitionen in Übersee musste Thyssen-Krupp zum Beispiel auf die erst kürzlich fertiggestellten Anlagen in den USA und Brasilien 3,6 Milliarden Euro abschreiben.
  • Deutsche Lufthansa
    Die größte deutsche Fluggesellschaft bezahlt ihren Anlegern für das vergangene Jahr keine Dividende aus. Die Deutsche Lufthansa hatte im vergangenen Jahr eine Mrd. Euro Überschuss, aber sämtliche verfügbaren Mittel werden in das Unternehmen investiert. Die Lufthansa will 108 neue Flugzeuge kaufen, die mehr als neun Mrd. Euro kosten.
  • Heidelberg-Cement
    Bislang hat sich das Management von Heidelberg-Cement noch nicht geäußert, ob Sonderausschüttungen geplant sind, denn die Hauptversammlung findet erst in zwei Monaten statt. Da Heidelberg-Cement sein operatives Ergebnis um nahezu zehn Prozent gesteigert und sich die Aktie zuletzt stark präsentiert hat, könnte die Dividende wie im Vorjahr angehoben werden.
  • Fresenius
    Fresenius plant wie die Mehrheit der Dax-Konzerne eine höhere Dividende für 2012 zu bezahlen. Die Aktionäre sollen anstatt 95 Cent demnächst 1,10 Euro bekommen. Der Gesundheitskonzern hat äußerst solide gewirtschaftet und einen Gewinnanstieg vor Zinsen und Steuern von 2,5 Mrd. Euro auf mehr als 3 Mrd. Euro für 2012 gemeldet. Die Fresenius Aktie kratzt mittlerweile an der 100-Euro-Marke.
  • Baiersdorf
    Mit einer Prognose bezüglich der Dividende hat sich Baiersdorf bisher zurückgehalten. Die Anleger werden spätestens Mitte April mehr erfahren, denn erst dann findet die Hauptversammlung statt. Für 2011 erhielten die Aktionäre pro Aktie 70 Cent, es wird aber für 2012 mit einer Erhöhung von 10 Cent gerechnet. Der Kurs für die Baiersdorf-Aktie befindet sich momentan auf einem Allzeithoch und so wie es aussieht steigt er weiter.
  • Fresenius Medical Care
    Im Mutterunternehmen hat der Dialysespezialist schon lange nicht mehr die Bedeutung wie früher. In Jahr 2012 hat Fresenius Medical Care nur noch 29 Prozent zum Ergebnis beigetragen. Dass die Zahlen aber nach wie vor stimmen beweist der Überschuss, der im vergangenen Geschäftsjahr um 11 Prozent auf nahezu 1,2 Mrd. Dollar geklettert ist. Umgerechnet sind das 900 Millionen Euro. Die Dividende wird wahrscheinlich von 69 auf 75 Cent steigen.
  • BASF
    Für die BASF war 2012 ein Rekordjahr. Der Umsatz ist auf 78 Mrd. gestiegen und der Betriebsgewinn auf fast 9 Mrd. Euro. Trotzdem bekommen die Anleger nur 10 Cent mehr Dividende pro Aktie, als im Vorjahr. Die Dividendenrendite ist mit 3,6 Prozent zwar überdurchschnittlich gut aber die Aktionäre haben offenbar mit mehr gerechnet, denn der Aktienkurs ist ins Schleudern geraten.

Dividende von weiteren Dax-KonzernenDividende für 2012

Adidas wird vermutlich eine Dividende von 1,25 Euro ausschütten, von Infineon können die Anleger nur 12 Cent pro Aktie erwarten, Merck wird mindestens 1,50 Euro bezahlen und von Linde wird eine Dividendenerhöhung von 2,50 auf 2,70 Euro erwartet. Aktionäre die sich wegen dem Rekordgewinn von 22 Mrd. Euro von VW eine hohe Dividende versprochen haben müssen sich mit lediglich 50 Cent mehr pro Wertpapier zufrieden geben. Obwohl sich die Deutsche Bank gerade im Wandel befindet werden trotzdem 75 Prozent pro Aktie bezahlt, um die Aktionäre nach dem Milliardenverlust im vierten Quartal 2012 bei Laune zu halten. Continental hat im vorigen Jahr seine Zielsetzungen übertroffen und wird vermutlich 2 Euro pro Aktie ausschütten. Von Bayer erhalten die Aktionäre pro Aktie 1,90 Euro, der Autobauer BMW bezahlt wahrscheinlich 2,60 Euro je Aktie, K&S vermutlich 1,38 Euro. Von der Deutschen Post erwarten Analysten 70 Cent, RWE bezahlt wie im Vorjahr 2 Euro pro Anteilsschein und Eon 1,10 Euro. Lanxess wird knapp einen Euro pro Aktie ausschütten, Henkel vermutlich 91 Cent und SAP 85 Cent.

Siemens, Allianz, Daimler usw.

Siemens hat die Dividende von 3 Euro pro Aktie für 2012 bereits ausbezahlt. Trotz 5,2 Mrd. Euro Gewinn bezahlt die Allianz wie im Vorjahr 4,50 Euro pro Aktie. Daimler hat in 2012 so viele Fahrzeuge wie nie zuvor und konnte dadurch den Umsatz steigern, aber der Gewinn vor Zinsen und Steuern war etwa 2 Prozent geringer als im Vorjahr. Die Dividende bleibt unverändert bei 2,20 Euro pro Aktie. Die deutsche Börse ist das einzige Unternehmen im Dax, das den Aktionären weniger bezahlt. Pro Aktie werden 2,10 Euro ausgeschüttet, im Vorjahr waren es 2,30 Euro. Trotz Hurrikan Sandy konnte die Munich Re in 2012 gut verdienen. Deshalb bekommen die Investoren 7 Euro Dividende pro Aktie. Der Dividendenkönig ist auch dieses Jahr die Deutsche Telekom. Damit wird versucht die Investoren bei Laune zu halten, denn nachhaltig erwirtschaftet ist diese Dividende nicht. Pro Aktie werden 70 Cent bezahlt, die Dividende soll aber in den nächsten zwei Jahren um 20 Cent gekürzt werden.

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