Festgeldanlage

In Deutschland werden auf Zinseinkünfte Steuern verlangt. Andere Abgaben sind noch der Soli und die Kirchensteuer. Diese Steuern werden seit einigen Jahren auf andere Art und Weise eingezogen als zuvor. Und zwar ist jetzt das Kreditunternehmen dafür verantwortlich.

25 Prozent Steuern werden immerhin fällig, und zwar auf alle Zinsgewinne, so auch auf die erwirtschaftete Rendite bei Festgeldanlage und Co. Dazu kommt noch ein Betrag in Höhe von 5,5 % anteiliger Soli-Zuschlag und, wer kirchensteuerpflichtig ist, auch noch einmal 8% für die Kirchensteuer. Mehr Informationen zur Festgeldanlage sowie einen Festgeld Vergleich finden Sie unter http://festgeld-vergleich-online.com/festgeldanlage/

Um dem Umstand zu entgehen, dass jeder derartige Gewinne bei der Steuererklärung angeben muss und damit viel geschummelt wird, hat man sich entschlossen, die Kreditinstitute zu Handlangern des Fiskus zu machen. Jede Bank ist verpflichtet, dem Kunden die 25 % seiner Zinsgewinne gar nicht erst mit gutzuschreiben, sondern diese gleich an das Finanzamt abzuführen. Mehr Informationen zur Abgeltungssteuer gibt es hier

Allerdings gibt es eine Einschränkung: den Freibetrag. Dieser liegt für Singles bei 801 Euro im Jahr und bei Ehepaaren bei dem Doppelten, somit 1.602 Euro im Jahr. Wer also Zinsen einnimmt, die unter diesen Beträgen liegen, braucht diese nicht mit dem Finanzamt zu teilen.

Der alte Verfahrensweg wäre also, dass eine Verrechnung bei der Einkommenssteuererklärung erfolgt. Aber man kann sich das wesentlich einfacher machen, indem man einen sogenannten Freistellungsauftrag an die Bank vergibt.
Dieser bedeutet, dass Zinsgewinne bis zu der Höhe des Freibetrages gar nicht erst abgeführt werden. Nun hat aber nicht jeder Kunde alle Konten und Geldanlagen bei einer Bank. Dies ist nicht weiter schlimm, muss aber beim Freistellungsauftrag berücksichtigt werden. So kann jeder selbst entscheiden, welchen Betrag er welchem Kreditinstitut zuschlägt. Man kann einen Freistellungsauftrag an mehrere Banken geben, muss dabei aber immer berücksichtigen, dass der Gesamtbetrag entsprechend der o.g. Grenzen nicht überschritten wird.

Gibt man beispielsweise einer Bank für die Zinsen auf die Festgeldanlage 400 Euro Freistellungsauftrag, so kann man nur noch 401 Euro als Alleinstehender vergeben. Aber immerhin kann man den Aufwand bei der Steuererklärung so weit mindern, dass es dann eventuell nur eine Bank ist, für die der Freistellungsauftrag nicht reicht. So zahlt dieses eine Kreditinstitut die anfallenden Steuern und nicht mehrere Banken teilweise.

Ist hier eine Panne passiert, ist das Geld aber nicht verloren. Eine Berichtigung bei der Steuererklärung ist jederzeit möglich. Für Geringverdiener gibt es Sonderregelungen. Wer als Single unter 8.001 Euro oder als Ehepaar nicht mehr als das Doppelte verdient, kann auch bei höheren Zinseinkünften eine Befreiung von der Besteuerung beantragen. Dafür ergeht dann ein sogenannter Nichtveranlagungsbescheid.

Bei der Berechnung derartiger Zinsgewinne werden aber nicht nur eine Anlageart, wie beispielsweise Festgeldanlage oder Tagesgeld gezählt, sondern alle Zinsgewinne, die diesem Kunden zufallen.