Formel 1 – zweiter Anlauf für Börsengang

Formel 1 – zweiter Anlauf für Börsengang

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone visiert zum zweiten Mal den Börsengang an und das trotz dem drohenden Verfahren wegen Bestechung. Derzeit wird das Interesse von Großunternehmen am Kauf der Aktie geprüft. Die Erstnotierung wird für den Herbst an der Börse in Singapur geplant. Dabei sollen mehrere Millionen Euro die Kasse klingeln lassen. Die britische Beteiligungsgesellschaft CVC ist Haupteigentümer der Formel 1. Für eine Stellungnahme war die Gesellschaft nicht erreichbar.

Unternehmenswert der Formel 1

Der Börsengang wurde im vergangenen Jahr wegen mangelndem Interesse der Investoren abgebrochen worden. Im März sagte Ecclestone, dass es jetzt wahrscheinlicher wird und sich eine gute Gelegenheit bieten könnte. Binnen der nächsten drei Monate soll eine Entscheidung getroffen werden. Der richtige Zeitpunkt scheint jetzt gekommen zu sein. Investoren müssen tief in die Tasche greifen, wenn sie sich an dem Unternehmen „Formula One“ beteiligen wollen. Der Unternehmenswert der Formel 1 wird auf etwa 11 bis 13 Milliarden taxiert. Das ist über das zwanzigfache vom operativen Gewinn, wie aus einem für Investoren aufgelegten Prospekt von 2012 hervorgeht.

Kontinuierliches Umsatzwachstum

Als Basis für die Berechnungen wurden die Geschäftszahlen der vergangenen Jahre sowie die Schätzungen für die nahe Zukunft herangezogen. Der Umsatz der Formel 1 hat sich demnach von 1,5 auf 1,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr erhöht. Seit 2003 ist der Umsatz durchschnittlich jährlich um ein Zehntel gewachsen. Etwa ein Drittel des Umsatzes ist Gewinn. Die Einnahmen stammen aus Lizenzgebühren von den Rennstreckenbetreibern, aus dem Verkauf von Fernsehübertragungsrechten an Sender, aus Werbung, Sponsoring und Bewirtung. Im Heimatmarkt Europa wird noch die Hälfte vom Gewinn erzielt. Auf Asien entfällt ein Drittel und auf Amerika sowie den Mittleren Osten der Rest. Das Geschäftsmodell lässt sich klar umschreiben, die sonstige Konstruktion hingegen ist ziemlich unübersichtlich. Ob mit den zahlreichen Tochter- und Schwestergesellschaften die Steuerzahlungen gering gehalten werden ist unklar. Genauso unklar ist aber auch, welche Rolle Ecclestone in Zukunft spielt. Die Entmachtungsversuche seiner Gegner hat er bisher immer überstanden. Es fehlt allerdings auch eine überzeugende Nachfolgeregelung.

Bildquelle: ©Stefan Bayer / pixelio.de

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>