Hedge-Fonds für Privatanleger bald Tabu

Hedge-Fonds für Privatanleger bald Tabu

Hedge-Fonds gelten als riskant. Für Privatanleger dürfen sie wahrscheinlich bald nicht mehr aufgelegt werden. Das ist zumindest der Wunsch vom Bundestags-Finanzausschusses. Für die finale Abstimmung im Bundestag hat der Ausschuss den Weg frei gemacht. Damit soll in Deutschland die AIFM-Richtlinie der EU umgesetzt werden. Hedge-Fonds sollen nach dem Gesetzesentwurf ausschließlich an professionelle oder semi-professionelle Anleger verkauft werden. Für offene Immobilienfonds, Private Equity-Fonds und andere alternative Anlageformen sollen noch strengere Regeln eingeführt werden. Mit dem deutschen Umsetzungsgesetz zur AIFM-Richtlinie schafft der Bundestag ein neues Kapitalanlagegesetzbuch.

Das neue Kapitalanlagegesetzbuch

Das neue Kapitalanlagegesetzbuch regelt die staatliche Aufsicht von Investmentfonds sowie ihren Managern. In Zukunft sollen keine Finanzprodukte und Marktakteure mehr ohne Aufsicht sein. Die schwarz-gelbe Koalition zieht damit eine zentrale Lehre aus der Finanzkrise. Der Finanzausschuss hat dem Bundestags-Plenum eine Gesetzesvorlage der Koalition vorgelegt, die allerdings auf Druck der Fondsbranche erheblich entschärft wurde. Gewarnt wurde vor einer Überregulierung und Standortnachteilen. Das ursprünglich diskutierte Verbot von milliardenschweren offenen Immobilien-Publikums-Fonds war damit vom Tisch. Viele dieser Fonds gerieten in der Finanzkrise in Schieflage. In Zukunft sollen sie aber strengeren Anlagebeschränkungen unterliegen. Kleinsparer dürfen ihre Anteile künftig nur noch einmal jährlich zurückgeben. So können die Fonds ihre Liquidität besser managen. Spezial-Fonds bleiben erhalten. Dabei handelt es sich um offene Fonds, die von professionellen Investoren Geld einsammeln, wie beispielsweise von Versicherungen. Die Koalition ist der Branche noch weiter entgegengekommen. Neben Privatanlegern und institutionellen Investoren soll es künftig die semi-professionellen Anleger, als dritte Kategorie geben. Zu den semi-professionellen Anlegern zählen unter anderem Stiftungen und Verbände. Wenn sie in der Lage sind die Risiken abzuschätzen, können sie weiterhin in komplexe Produkte investieren.

Strengere Aufsicht für KfW

Die staatliche Förderbank KfW soll ebenfalls einer strengeren Aufsicht unterworfen werden. Dazu hat der Finanzausschuss den Weg für einen entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung frei gemacht. In Zukunft sollen für die KfW die gleichen Aufsichtsregeln gelten, wie für normale Geldinstitute. Kontrolliert wird die Einhaltung von der BaFin und der Bundesbank. In Deutschland hat sich die KfW mittlerweile zum drittgrößten Kreditinstitut gemausert. Die Politik hat ihr seit der Finanzkrise im Jahr 2008 immer mehr Aufgaben übertragen. Weite Teile der Kontrollvorschriften hält die KfW bereits auf freiwilliger Basis ein. Vorgesehen ist, die beiden Gesetzesvorhaben noch vor der parlamentarischen Sommerpause zu verabschieden.

Bildquelle: ©Thorben Wengert / pixelio.de

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>