fiktive Quellensteuer

Eine fiktive Quellensteuer könnte man auch als eine “angenommene oder unterstellte Steuer” bezeichnen. Hier liegt der Sachverhalt vor, dass in verschiedenen Ländern auf Zinserträge aus Auslandsanleihen keine oder nur sehr geringen Quellensteuern entrichtet werden müssen. Davon jedoch unabhängig unterliegen die im Ausland vereinnahmten Zinsgewinne (bei unbeschränkt steuerpflichtigen Inländern) im Inland der Einkommensteuer (oder Körperschaftssteuer).

Bestehende Doppelbesteuerungsabkommen mit einzelnen Ländern sehen die Berücksichtigung einer fiktiven Quellensteuer vor. Daraus folgt, dass unterstellt wird, der Steuerpflichtige hätte im Ausland Quellensteuer gezahlt, was aber tatsächlich nicht erfolgte. Durch Anrechnung einer fiktiven Quellensteuer von etwa 10 bis 20 Prozent auf die Steuerschuld, wird somit die Steuerschuld um diesen betreffenden Prozentsatz gemindert. Das hat zur Folge, dass sich der Gewinn nach Steuern erhöht.