Länderrisiko

Der Begriff des Länderrisikos findet mehrfache Verwendung. Im Außenwirtschaftsverkehr, wie etwa dem Waren- und Güterexport besteht das Verlustrisiko bei der Durchsetzung von Forderungen gegen Vertragspartnern aus dem Ausland. Soweit Kreditinstitute Finanzgeschäfte mit Kapitaleinsatz im Ausland tätigen, können die Tilgungen bzw. Auszahlung der Gewinne beispielsweise durch Krisensituationen oder politische Ereignisse bedroht sein.

Eingeschlossen hiervon sind ggf. auch die ausfallende oder nur teilweise Erfüllung von Verpflichtungen aus Wertpapieren oder Derivaten. Das Länderrisiko kann sich aus einem direkten Verhältnis zu einem Staat als Schuldner oder aber gegenüber einem Kreditnehmer der seinen Sitz in einem anderen Staat hat, darstellen. Für die Beurteilung eines Länderrisikos bestehen Analysen. Diese erfassen das Risiko einer finanziellen Investition in einen bestimmten Staat. Das Ergebnis dieser Analysen ist ein Länderrating und sollen gewissermaßen ein Früherkennungssystem darstellen.

Damit sollen Chancen und Risiken in dem ausgewählten ausländischen Markt untersucht werden, wobei solche Faktoren wie die politischen Gegebenheiten, das soziale, ökonomische und rechtliche Umfeld und zukünftige Entwicklungserwartungen einfließen. Als Analysten treten hierbei internationale Ratingagenturen, Kreditinstitute, Einrichtungen der Exportversicherungsbranche oder spezielle Organisationen in Erscheinung.