Mickrige Zinsen für Unternehmensanleihen

Mickrige Zinsen für Unternehmensanleihen

Viele Anleger haben in den vergangenen Jahren ihr Geld lieber in Unternehmensanleihen investiert, als in Aktien. Aktien sind zwar ertragsreich, schwanken aber auch stark. Unternehmensanleihen hingegen haben eine verlässliche und nicht zu verachtende Rendite abgeworfen. Jetzt sind die Zeiten vorbei in denen Bonds drei oder vier Prozent Rendite abgeworfen haben. Für die Anleihen von soliden deutschen Unternehmen bekommen die Anleger meistens nur einen mickrigen Zins. Unternehmensanleihen für die es mehr als zwei Prozent Zinsen gibt sind eine Rarität. Selbst bei Papieren mit einer langen Laufzeit müssen sich die Investoren mit einer Rendite unterhalb der Inflationsrate zufrieden geben. Im Gegensatz dazu erscheinen die Dividenden von großen deutschen Unternehmen geradezu üppig. Viele Unternehmen im Dax haben auch in den schwierigen Zeiten die Ausschüttungen stabil halten oder steigern können.

Vorzugsweise auf Dividendenaristokraten setzen

Nur auf die schiere Höhe der Dividende zu schauen ist aber, laut einem Portfolio-Verwalter, ein Fehler. Besser sei es, wenn die Entwicklung der Ausschüttungen einen Aufwärtstrend zeigt. Ernste Management Probleme oder anfällige Geschäftsmodelle sind zu erkennen, wenn in einzelnen Jahren die Dividende ganz ausgefallen ist. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Dividende aus der Substanz einer Gesellschaft bestritten wird und nicht aus den Einnahmen vom laufenden Geschäft. Von den Firmen im Dax sind diejenigen empfehlenswert die eine lückenlose Ausschüttungshistorie vorweisen. An der Börse werden diese Unternehmen „Dividendenaristokraten“ genannt. Zwei der Dividendenaristokraten sind der Rückversicherer Munich Re und der Industriegasespezialist Linde.

Zinsen für Anleihen niedriger als die Inflationsrate

Dax-Titel bringen dieses Jahr durchschnittlich 3,3 Prozent Rendite. Das ist ein riesiger Kontrast zu den Zinspapieren. Eine Anleihe vom Chemiekonzern BASF beschert bei einer Laufzeit bis Mitte 2017 jährlich einen Zinsertrag von 1,1%. Eine deutlich höhere Rendite wird nur bei Firmen erzielt die eine spürbar schlechtere Bonität haben, was aber mit einem großen Risiko verbunden ist. Ökonomisch könnten niedrige Zinsen nur gerechtfertigt werden, wenn eine extrem niedrige Inflationsrate für die Zukunft erwartet wird. In diesem Fall könnte das Vermögen auch mit niedrigen Zinsen real vermehrt werden. Im Januar wurde eine Inflationsrate von 1,7 Prozent angegeben. Die Teuerung wird wahrscheinlich über weite Strecken dieses Jahres in dieser Bandbreite verweilen. Die schlechte Wirtschaftslage von vielen Euro-Staaten dämpft die Preisentwicklung in Deutschland. Die neuesten Konjunkturdaten sind positiv so dass mit einer weltweiten Erholung zu rechnen ist. In Deutschland könnte die Inflation bis zum Jahr 2014 zwischen drei und vier Prozent liegen. Viele Firmen halten sich zwar noch zurück, aber im Laufe des Jahres werden such sie die Preise spürbar anheben.

Unternehmensanleihen als Basiselement

Bonds werden nicht von allen Profis abgelehnt, weil die Renditen meistens höher sind als die von Pfandbriefen und Bundeswertpapieren. Im Februar läuft die Obligation des Bundes mit der WKN: 114165 aus. Zuletzt hat sie eine magere Rendite von 0,6 Prozent abgeworfen. Für Anleger die ihr Geld sicher investieren wollen bieten sich die Papiere mit Investment-Grade-Status an, weil das Ausfallrisiko gering ist. Als Basiselement eignen sich Unternehmensanleihen weiterhin gut für Investitionen. Der Zins ist zwar niedrig aber dafür sind die Halter von Anleihen vor schlaflosen Nächten sicher, denn Kurseinbrüche sind bei diesen Papieren kaum zu erwarten.

Bildquelle 1: © Gerd Altmann / pixelio.de
Bildquelle 2: © Gerd Altmann / pixelio.de

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>