Rohstoffanlagen werden aus Depots verbannt

Rohstoffanlagen werden aus Depots verbannt

Bis vor kurzem war es noch undenkbar: immer mehr Anleger trennen sich von ihren Rohstoffanlagen. Gold ist plötzlich eine riskante Anlage und die Preise für Öl und Kupfer fallen. Mit den neuesten Konjunkturdaten rückt der Traum von einer Konjunkturerholung in weite Ferne. Die chinesische Wirtschaft verliert an Fahrt. Das hat zum Wochenbeginn unzählige Investoren dazu veranlasst ihre Rohstoffanlagen im großen Stil zu verkaufen. Der Preis für Kupfer ist um 1,7 Prozent so tief gefallen, wie im Juni 2012. Die Preise für US-Rohöl und Rohöl aus der Nordsee sind auf ein Jahrestief gerutscht. Ein Barrel der Nordseesorte Brent hat zur Lieferung im Juni zeitweilig 100,89 Dollar gekostet. Am Freitag waren es nur 2,15 Dollar mehr. Zur Mai-Lieferung ist der Preis für ein Fass West Texas Intermediate um 2,90 auf 88,39 Dollar gesunken. Mit 100,55 Dollar hat die Nordseesorte Brent ein Jahrestief erreicht.

Gold so günstig wie 2011

Gold, vor kurzem bei den Anlegern noch heißbegehrt war das letzte Mal im März 2011 so günstig wie heute. Der Preis je Feinunze ist bis auf 1386 Dollar gefallen, hat sich dann aber wieder etwas erholt und ist auf 1403 Dollar gestiegen. An den Aktienmärkten haben die Rohstoffwerte die höchsten Verluste hinnehmen müssen. Der europäische Branchenindex ist um 3,4 Prozent abgesackt. Anglo American und Lonmin in London gehören zu den größten Verlierern. Sie mussten ein Minus von 4,1 und 7,3 Prozent hinnehmen. Unter Druck gerieten außerdem die Währungen aus Rohstoff-exportierenden Ländern, wie der südafrikanische Rand und der australische US-Dollar.

Konjunkturdaten aus den USA und China enttäuschen

enttäuschende Konjunkturdaten

enttäuschende Konjunkturdaten

Nachdem bereits die Konjunkturdaten aus den USA enttäuschend waren, kommt China hinzu, dessen Statistik ebenfalls für Ernüchterung sorgte. Im ersten Quartal blieb der Aufschwung vom weltweit größten Rohstoffkonsumenten unter den Erwartungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Wirtschaft um 7,7 Prozent gewachsen. Das ist weniger als im Quartal zuvor und die Analystenprognose von 8 Prozent wurde somit auch nicht erreicht.

Enttäuschende Einzelhandelsdaten aus den USA

Als weltgrößte Volkswirtschaft hat die USA enttäuschende Einzelhandelsdaten veröffentlicht. In China konnte die wirtschaftliche Aktivität trotz großzügiger Kreditvergabe nicht beschleunigt werden. Kommt die asiatische Lokomotive etwa ins stottern? Die Sorgen scheinen sich zu mehren, wie die Reaktion an den Finanzmärkten zeigt. Unter den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise und der zu langsamen Erholung der USA leidet China sehr. Auch die geringe Nachfrage in Chinas wichtigsten Absatzmarkt Europa macht dem Exportweltmeister zu schaffen. In den USA läuft es nicht rund wegen dem Sparzwang und den Steuererhöhungen.

China ist zuversichtlich

China ist hinsichtlich seiner Wachstumsaussichten sehr zuversichtlich und optimistisch. Dass in diesem Jahr das neu gesetzte Wachstumsziel von 7,5 Prozent erreicht wird scheint laut dem Statistikamt so sicher zu sein, wie das Amen in der Kirche. Am Wirtschaftsmodell werden keine Zweifel zugelassen. Wegen den Daten sind die Börsen in Asien allerdings unter Druck geraten. Investoren beurteilen die Erholung etwas skeptische, so dass Verkäufe auf breiter Front getätigt wurden. Der MSCI-Index für asiatische Märkte außerhalb von Japan hat 0,9 Prozent nachgegeben. Grund genug für die Weltbank sich Sorgen um die aktuelle Formkrise zu machen. Die Nachhaltigkeit vom chinesischen Aufschwung bereitet der Weltbank allerdings auch Kopfzerbrechen. Binnen 5 Jahren sind die Schulden Chinas von 19,6 Prozent auf 22,2 Prozent des BIP geklettert. Die Schulden von Unternehmen aus der Realwirtschaft kletterten von 113.6 auf 126,4 Prozent und die Schulden von privaten Haushalten um über 10 Punkte auf 29,2 Prozent. Bei der Weltbank schrillten die Alarmglocken, denn mit dieser Summe übertrifft China die Marke von 150 Prozent des BIP.

Bildquelle 1: ©Rainer Sturm / pixelio.de
Bildquelle 2: ©Gerd Altmann / Hans Braxmeier / pixelio.de

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>