Sal. Oppenheim – 330 Stellen werden gestrichen

Sal. Oppenheim – 330 Stellen werden gestrichen

Für Deutschlands größte Privatbank sind die glorreichen Zeiten vorbei. Das von der Deutschen Bank geschluckte Traditionshaus streicht bis Ende 330 Vollzeitstellen. Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat wurde der Kahlschlag besiegelt. Sal. Oppenheim konnte die Renditeerwartungen der Mutter nicht erfüllen. Die Kosten sind aus dem Ruder gelaufen und deshalb müssen über ein Drittel der Arbeitsplätze ersatzlos gestrichen werden. Dass ein Abbau von Arbeitsplätzen in signifikantem Umfang nicht zu vermeiden ist war bereits Anfang November absehbar. Die Privatbank wollte das aber möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen durchführen. Betroffen sind in erster Linie Verwaltungs- und IT-Einheiten. Von den deutschen Niederlassungen werden vier geschlossen: Bremen, Bielefeld, Hannover und Stuttgart.

Personalabbau ein schmerzhafter Prozess

Der neue Chef von Sal. Oppenheim, Wolfgang Leoni erklärte, dass die Umsetzung vom vereinbarten Personalabbau für alle Beteiligten ein schmerzhafter Prozess wird. Wolfgang Leoni hat das Ruder im April übernommen und soll die Sanierung von Sal. Oppenheim zu Ende führen. Der Vorgänger Wilhelm von Haller wurde Ende 2009 von der Deutschen Bank zu der gerade übernommenen Krisentochter geschickt. Er kehrte zur Mutter zurück und widmet sich jetzt dem Mittelstand.

Doppelfunktionen werden aufgelöst

In ihrem Engagement bei den insolventen Handelskonzern Arcandor ist die über 220 Jahre alte Privatbank fast zugrunde gegangen. Die Deutsche Bank warf den Rettungsring. Das Kölner Haus schreibt nach Jahren harter Restrukturierung wieder Mini-Gewinne, die Deutsche Bank gibt sich damit aber nicht zufrieden. Nun ist es die Aufgabe vom neuen Chef Doppelfunktionen aufzulösen und Sal. Oppenheim abzuspecken. Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern laufen jetzt an. Leoni hofft auf die Zustimmung vieler Mitarbeiter. Für die Aufhebung der Verträge wird eine Abfindung angeboten. Zur Deutschen Bank und anderen Servicegesellschaften sollen 90 Mitarbeiter wechseln. Letztendlich wird Sal. Oppenheim noch etwa 450 Mitarbeiter, von zuletzt 870 beschäftigen. In Boomzeiten beschäftigte die Privatbank mehr als 2000 Leute. Zum Unternehmen gehörte damals allerdings noch das längst abgestoßene Investmentbanking.

Familienvermögen wird künftig aus einer Hand verwaltet

Derzeit krempelt die Deutsche Bank die gesamte Vermögensverwaltung um und baut den neuen Konzernbereich Asset und Wealth Management auf. Mit dem neuen Konzernbereich werden aktive Fonds und passive Produkte abgedeckt sowie die Kundenpalette vom Kleinsparer bis zum Profianleger bedient. Sal. Oppenheim wird sich als kleine und exklusive Marke auf die reichen Privatkunden und institutionelle Investoren fokussieren. Auf die Infrastruktur einer Vollbank muss die Privatbank allerdings verzichten, denn in Frankfurt wird die Leine kurz gehalten. Dort wo es möglich ist, wird die IT der Deutschen Bank eingesetzt. Ein großer Teil der Publikumsfonds werden zur erfolgreichen Fondsgesellschaft DWS weitergereicht. In Zukunft wird auch das große Familienvermögen aus einer Hand verwaltet. Die Oppenheim Vermögenstreuhand und die Wilhelm von Funck Deutsche Family Office werden miteinander verschmolzen und unter dem Namen Deutsche Oppenheim Familiy Office AG geführt.

Bildquelle: ©Rainer Sturm / pixelio.de

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