Zinsen für Bundesanleihen auf neuem Rekordtief

Zinsen für Bundesanleihen auf neuem Rekordtief

Nachdem die Europäische Zentralbank am Donnerstag den Leitzins gesenkt hat ist die Rendite für Bundesanleihen auf ein neues Rekordtief gesunken. Die Rendite für die zehnjährige Laufzeit ist unter 1,16 Prozent gesunken. Im Juni 2012 betrug das alte Rekordtief für die zehnjährige Bundesanleihe 1,17 Prozent. Kurz darauf hat Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank die Erholung an den Finanzmärkten eingeläutet. Er kündigte unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen im Notfall an. Indem jetzt der Leitzins von 0,75 auf 0,50 Prozent gesenkt wurde, hat Draghi für ein neues Rekordtief gesorgt. Ende Januar lag die Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe noch bei 1,7 Prozent.

Handel mit Bundesanleihen gesunken

Im vergangenen Jahr ist der Handel mit Bundesanleihen um nahezu 13 Prozent auf 5,3 Billionen Euro gesunken. In den Jahren 2010 und 2011 war das Handelsvolumen mit 6,03 und 5,7 Billionen Euro noch wesentlich höher. Im Jahr 2009 lag es allerdings nur bei 4,6 Billionen Euro. Die für die Schuldenverwaltung des Bundes zuständige Finanzagentur nennt oft das schwierige Marktumfeld mit den extrem niedrigen Zinsen als Ursache für enttäuschende Auktionsergebnisse. Das rückläufige Handelsergebnis wollte die Finanzagentur jedoch nicht darauf zurückführen. Es ist viel eher die Rede von einer Normalisierung nach den rekordverdächtig hohen Zahlen der zwei zurückliegenden Jahre. Laut dem Sprecher der Finanzagentur betrug das Nominalvolumen der umlaufenden Bundesanleihen etwa 1,1 Billionen Euro. Am europäischen Anleihemarkt sind die Wertpapiere der Bundesrepublik, mit einem Handelsvolumen von 20 Milliarden Euro pro Tag, das bedeutendste Segment.

Renditen auf historisch niedrigem Niveau

Für Bundesanleihen liegen die Renditen bereits seit längerem auf einem historisch niedrigen Niveau. Weil Bundesanleihen allerdings zu den wenigen Schuldtiteln gehören, die von den Ratingagenturen mit „Aaa“ / „AAA“ eingestuft wurden, gelten sie als nahezu ausfallsicher. Damit sind hohe Kursgewinne verbunden. Gegenwärtig liegt die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen unter der von Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Frankreich. Mit jeweils etwa 0,5 Prozent bezahlen die Schweiz und Japan allerdings noch weniger Zinsen in dieser Laufzeit. Mit 2,65 Billionen Euro ist die Hälfte des Handels im Jahr 2012 auf die zehnjährige Bundesanleihe entfallen. Auf die fünfjährige Bundesobligation entfielen 1,2 Billionen Euro und das Handelsvolumen von zweijährigen Schatzanweisungen hat 692 Milliarden Euro erreicht. Am Donnerstag ist deren Rendite aber wieder in den negativen Bereich gesunken.

Bildquelle: © Q.pictures / pixelio.de

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